„Eigentlich hat ja das OS eine Wallfahrt nach Rom organisiert, aber dann haben sich noch ein paar andere (so ca. 50 000 Ministranten aus allen Ländern Europas) drangehängt“. Mit insgesamt 16 OSlern nahmen Pfr. Bernhard Waltner und Gabriel Bucher, der durch sein Studium in Rom als Führer bestens gewappnet war, bei der internationalen Ministrantenwallfahrt nach Rom teil. Dabei hat uns nicht nur der Papst aus nächster Nähe zugewunken, sondern wir erkundeten auch das römische „bella vita“ und ließen uns von den besten „Klimaanlagen“ Roms erfrischen. Im Folgenden fasst Gabriel einige Eindrücke nochmals zusammen.
(Weitere Bilder von unserer Wallfahrt gibt es in der OS-Bildergalerie)
iner langen Nachtfahrt im Bus begannen wir am Montag, den 02.08., die Highlights der „ewigen Stadt“ zu erkunden. Wir betraten die Stadt durch das Stadttor, durch das auch schon Luther und Goethe nach Rom kamen, erklommen die Spanische Treppe und besichtigten den berühmten Trevibrunnen. Dann hielten wir eine angemessene Siesta und hatten den ersten Kontakt mit Ministranten aus anderen Nationen und begannen den Pilgertuchtausch. Am Nachmittag erkundeten wir die „Schreibmaschine“, das kolossale Denkmal der italienischen Vereinigung unter König Vittorio Emanuele II. Schließlich erreichten wir, nachdem wir die Überreste des Forum Romanums gesehen hatten und sich später so mancher noch von den Strapazen der Busfahrt erholt hatte, die Basilika Sankt Paul vor den Mauern, wo wir zusammen mit den 2800 mitgereisten Ministranten aus unserer Diözese den Eröffnungsgottesdienst der Wallfahrt feierten.
Am nächsten Tag wichen wir dem Pilgerstrom in den Petersdom aus und besuchten die Katakomben des Heiligen Sebastian. Nach der anschließenden Siesta besichtigten wir die Lateransbasilika, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung „Haupt und Mutter aller Kirchen des Erdkreises“ genannt wird. Am Dienstagabend nahmen wir dann am offiziellen Wallfahrerprogramm auf dem Petersplatz teil. Als wir allerlei über den Patron der Ministranten, den Heiligen Tarcisius, und die Entstehung einer Statue des Heiligen erfahren haben, konnten wir vor der Abfahrt ins Hotel noch eine wunderschöne Aussicht über das nächtliche Rom genießen.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Papstaudienz. Da sich einige beim Eröffnungsgottesdienst eingebracht hatten, durften sie die Audienz aus einem besonderen Block direkt neben dem Papst verfolgen. Doch auch die anderen hatten Glück, denn der Papst fuhr im Papamobil direkt an ihnen vorbei. Philipp konnte dabei das Bild (siehe oben) machen. Im Anschluss an die Audienz ruhten wir uns erst einmal in den Gärten der Villa Borghese aus. Da es dort sehr warm war, nutzten wir die vielen römischen Brunnen für ausgiebige Wasserschlachten. Als alle wieder trocken waren, besuchten wir die Eisdiele mit der größten Auswahl Roms (mit etwa 130 verschiedenen Sorten) und anschließend das Pantheon, das antike Gebäude, das am besten erhalten ist, da es in eine Kirche für alle Heiligen umgewandelt wurde. Nachdem wir noch die Piazza Navona besichtigt hatten, fuhren wir wieder aus der Stadt zu unserem Hotel, wo wir nach dem Abendessen einen gemeinsamen Abendgottesdienst feierten und bis spät in die Nacht auch mit anderen Gruppen viele Lieder sangen.
Am nächsten Tag schafften wir es, endlich einmal in den Petersdom hineinzukommen, weil viele Ministranten an diesem Tag ans Meer fuhren oder vor den Katakomben anstanden. Unsere Mittagspause verbrachten wir in einem Orangengarten mit einer tollen Aussicht über die Dächer Roms und es gab natürlich einen Brunnen und auch diesmal blieb fast kein Hemd trocken. Unser Weg führte uns weiter an der Tiberinsel vorbei nach Trastevere, einem sehr ursprünglichen und eigenständigen Stadtteil Roms, der oft auch „Dorf in der Stadt“ genannt wird. Nach einem ausgezeichneten Abendessen in einer der vielen Pizzerien besuchten wir in Trastevere das Abendgebet der Gemeinschaft Sant'Egidio. Ein dort aktiver junger Student erklärte uns im Anschluss, dass sich die Gemeinschaft seit den 60er Jahren sehr stark über die ganze Welt verbreitet hat und ihr Hauptanliegen das im persönlichen Alltag umgesetzte Evangelium sei. Er berichtete weiter,dass die Arbeit der Gemeinschaft damit begann, Arme und Bedürftige in Rom zu besuchen und ihnen zu helfen und dass sie mittlerweile auch sehr fruchtbare Friedensverhandlungen v.a. in Afrika umfasst.
Der letzte Tag war eigentlich gedacht als Tag zur freien Verfügung. Dennoch blieben wir alle in der Gemeinschaft und besichtigten zusammen das Kolosseum und die Hauptkirche der Jesuiten und einen sehr idyllischen Obst- und Gemüsemarkt. Nachmittags feierten wir in einer Kirche in der Vorhalle antiker Thermen den diözesanen Abschlussgottesdienst. Daraufhin fuhr ein Teil ans Meer nach Ostia und die anderen machten sich wieder auf Richtung Innenstadt, wo wir uns u.a. in einer kleinen Bäckerei für die Heimreise eindeckten. Abends fanden wir uns dann wie immer als erste Gruppe am Bus ein und brachen auf ins kalte, regnerische, ja sogar von Überschwemmungen geplagte Bayern.
Ein besonderer Dank gilt Gabriel, der uns super durch Rom geleitet und uns viele Eindrücke ermöglicht hat. Mille grazie!